Android ohne Google

Als eine der Konsequenzen aus dem NSA-Skandal läuft mein kleines Geeksphone jetzt mit Android, aber ohne Google. Dazu brauchte es einige Bastelei und es funktioniert nicht (jedenfalls in dem Umfang, den ich brauche) allein mit freien Quellen.

Die freien Apps stammen alle von F-Droid:

Ein paar Apps habe ich direkt vom Hersteller

  • BlueFire Reader eBook-Reader, der auch DRM-geschützte Dokumente lesen kann (brauche ich für die EBooks aus der Bücherei)
  • Öffi Braucht man als Pendler einfach
  • Titanium Backup Ordentliches App-Backup
  • Heise Online News von Heise (nach der App muss man etwas suchen)

Das reichte leider nicht für meine Bedürfnisse. Also mussten noch ein paar unfreie Apps her, aber ohne, dass ich dem App-Store-Betreiber (aka Google) gleich die Kontrolle über mein Gerät geben muss. Da blieb eigentlich nur Androidpit.

  • CardDAV Sync Synchronisierung von Kontakten
  • CalDAV Sync Synchronisierung von Terminen und Todos
  • Contact Editor Editor für Kontakte (der eingebaute Kontakteditor von Android spielte mit CardDAV Sync leider nicht zusammen)

Damit lassen sich jetzt Mails, Termine, Todos und Dateien synchronisieren, ich kann Bücher lesen, chatten, Nahverkehrsauskünfte bekommen und habe Kartennavigation. Mehr brauche ich nicht.

Aber da ist noch das Backend, denn das sollte natürlich auch nicht bei Google liegen. Dank eines eigenen V-Servers kein so großes Problem:

Auf dem Weg zu dieser Konstellation habe ich auch noch einiges anderes ausprobiert. So war die Idee alles auf meinem Raspberry Pi zu hosten eher knifflig, denn man müsste dafür noch im internen WLAN am DNS rumfeilen. Mühsam.

Die CardDAV und CalDAV Sachen hätte ich auch mit aCal machen können, aber aCal ist etwas zickig und träge in der Bedienung. Ähnliches gilt im Backend für die Groupware Horde; für mich einfach überdimensioniert.

Nachtrag 26.9.2013:
Da mich interessierte, mit wem sich mein Handy denn so unterhält, habe ich mal OS Monitor installiert und mir regelmäßig die offenen Verbindungen anzeigen lassen. Normalerweise gingen die - wie erwartet - zu meinem eigenen Server. Aber Überraschung: ab und zu ging auch mal etwas zu Google von irgendeinem Systemservice. Des Rätsel Lösung war naheliegend: solange Ortung per WLAN eingeschaltet ist fragt das Handy Google, wo es gerade ist. Kann man abschalten, aber ich gehe erst mal davon aus, dass es keine große Sicherheitslücke ist.

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